+++ Samstag, den 16. Oktober 2010 in der Stadthalle Balingen: Denkanstöße 2010 “Ethik, Moral und Neue Werte in Wirtschaft und Gesellschaft“ +++
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Philosophy meets Economy (PME)
Warum sind Familienunternehmen erfolgreicher?

Gesellschaftssysteme und Verantwortung
In allen Gesellschaftssystemen ist die Regierungsgewalt stets verbunden mit der Verantwortung und Sorge um die Bürger dieser Gesellschaft. Verändern sich die Gesellschaftssysteme, so bleibt dennoch die Pflicht zur Fürsorge der Bevölkerung bestehen.

So waren während des Feudalsystems Monarch, Fürsten und Adel für das Wohl des Bürgers verantwortlich.

Mit Beginn der Demokratie übernahm der Staat die Verantwortung für den Bürger. Aber das für einige Jahrzehnte gewohnte Maß an Verantwortung des Staates für den Einzelnen hat sich in der Gegenwart als unbezahlbar erwiesen. In der Organisation des Wohlstands der Bürger muss der Staat sich inzwischen aus verschiedenen Bereichen sukzessive zurückziehen.

Damit sind jedoch nicht nur Verluste im gewohnten Fürsorgebereich verbunden, sondern auch Chancen für den Einzelnen und insbesondere für Unternehmen. Es bedarf daher der Ausbildung eines Bewusstseins für die Werte bildende Kraft unternehmerischen Handelns.

Familienunternehmen und Verantwortung
Durch die genannte Entwicklung fällt der Bindung zwischen Mitarbeitern und Familienunternehmern heute wieder größere Bedeutung zu. Im Gegensatz zu den nicht inhabergeführten Großunternehmen verstehen sich Inhaber von Familienunternehmen ausdrücklich als persönliche Verantwortungsträger für das Unternehmen, seine Mitarbeiter und die Region, in der sie ansässig sind.

Aus der Tradition und mit Blick auf die Zukunft, nicht aus dem kurzfristigen Nutzen („hire and fire“), leiten sie ihre Verantwortung für den Mitarbeiter ab. Durch Vermittlung von Ausbildung, Familienfürsorge, Krankheitsvorsorge, Alterssicherung, Sozialverhalten und Motivation üben sie nicht nur einen firmeninternen Einfluss auf die Persönlichkeit der Mitarbeiter aus. Sie bilden zudem Staatsbürger aus und übernehmen dadurch eine gesamtgesellschaftlich wirksame Verantwortung.

Das Wertebewusstsein unternehmerischen Handelns bildet sich vor diesem Hintergrund auf dem Boden des Verantwortungsbewusstseins aus. Indem ein Unternehmen die Fol-gen seines Handelns auch auf die Personen der Belegschaft ausdehnen muss, ver-wandelt sich das rein ökonomische Nutzenkalkül in eine Folgenabschätzungsethik.

Gesinnungsethik und Verantwortungsethik
Ein Unternehmen – insbesondere das Familienunternehmen – ist durchaus nicht allein das Objekt einer Ethik, es ist ebenso Subjekt ethischer Werte. Gesinnungsethik bezeichnet ein vorherrschendes Denkklima in der akademischen Moralphilosophie. Nach Max Weber kann aber die Art und Weise, wie Unternehmer stets darauf bedacht sein müssen, die zu erwartenden Folgen für ihr Handeln klar abzu-schätzen, als eine Folgenabschätzungs- oder Verantwortungsethik bezeichnet werden.

Daher empfängt die Ökonomie nicht allein von akademischer Seite eine Belehrung über ethisch wertvolles Handeln, sie bringt auch ihre Erfahrungen und Forderungen in den Diskurs ethischer Normativität ein.

Die Übertragung abstrakter, im Sinne einer Gesinnungsethik gewonnener ethischer Prinzipien auf unternehmerisches Handeln ist bereits in vollem Gang. Umgekehrt hat aber die Einbringung des verantwortungsethischen Wertebewusstseins von Unternehmern in den normativen Diskurs von Ethik noch kaum statt gefunden.

Auf diese Weise bleibt das – insbesondere von Familienunternehmen erbrachte – oftmals erstaunliches Maß an moralisch-ethischer Integrität, das selbst den wissenschaft-lichen Diskurs bereichern kann, eine weitgehend unerschlossene Ressource.

Philosophy meets Economy (PME)
„Philosophy meets Economy“ trägt den philosophischen Diskurs um die verschiedenen Begründungen von Ethik ins unternehmerische Denken. Es will aber auch, das unternehmerische Wertebewusstsein in den philosophischen Diskurs einbringen. Dadurch fördert es den Austausch von Wissenschaft und Wirtschaft, von Denken und Handeln.

Aus den genannten Überlegungen folgt die Notwendigkeit einer stärkeren Präsenz des Werte schaffenden unternehmerischen Denkens in der Wissenschaft. Die leitende Frage lautet: „Welchen Einfluss hat die unternehmerische Praxis insbesondere von Familienunternehmen auf das ethisch-moralische Bewusstsein der modernen Gesellschaft, welche Form der ethischen Theorie entspricht ihm am ehesten und wie spiegelt sich dieses Bewusstsein im unternehmerischen Erfolg wider?“

In einer Veranstaltungsreihe mit Vorträgen und Diskussionen stellen Familienunternehmer ihr aus der Tradition erwachsenes Selbstverständnis von „ethischem Wirtschaften“ und ihren Weg zur verantwortungsbewussten Unternehmensführung dar.

Im Fokus steht dabei, wie das Wertebewusstsein des Unternehmens aus der Betrach-tung unternehmerischer Tätigkeit selbst gewonnen werden kann. Eine grundlegende Bestimmung der Gemeinsamkeiten von Tugend und ökonomischer Praxis durch den Philosophen Klaus-Jürgen Grün steht am Anfang der Vortragsabende.

Ziele:
Langfristiges Ziel ist die Gründung eines Lehr- und Forschungsinstituts für Wirtschaftsethik an einer europäischen Universität. Inzwischen haben schon einige Studiengänge damit begonnen, den Bestand akademischer Theorien des Ethischen einem fundierten Studium zugänglich zu machen. Hingegen haben die Erfahrungen des unter¬nehmerischen Handelns noch kaum Eingang in die akademische Welt gefunden.

Im Unterschied zu diesen Tendenzen sollen hier die Zusammenhänge zwischen ethischem Handeln und wirtschaftlichem Erfolg auf Grundlage der praktischen Erfahrungen von Unternehmern wissenschaftlich erforscht werden. Gefragt ist daher die Mitarbeit und Unterstützung sowie die aktive Einbindung der Erfahrung von Familienunternehmern in diese Initiative.

Träger
Träger unserer Initiative Philosophy meets Economy ist der Ethikverband der deutschen Wirtschaft e.V. in Zusammenarbeit mit Professoren der Wirtschaftswissenschaften und Philosophen der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt (Main) sowie engagier-ten Unternehmern.

Verantwortlicher
Vizepräsident des Ethikverband der deutschen Wirtschaft e.V.:
Dr. Klaus-Jürgen Grün
Albert-Einstein-Str. 41
D-3538 Großkrotzenburg
Fon 06186.905883
e-mail: kgruen@philkoll.de

Projektleiterin
Yvonne Baronin von Girsewald
Liebigstraße 55
D-60323 Frankfurt am Main
Fon 069.90501367
Mobil 0172.3270342
girsewald@ethikverband.de
www.ethikverband.de

Bankverbindung
Dresdner Bank AG
Kto.: 02 100 174 00
BLZ: 500 800 00

Wir danken den Förderern der Initiative:

OTRS - Open Ticket Request System,
Bad Homburg

und

FuP Kommunikations-Management GmbH,
Frankfurt am Main